Zwischenlandung in Doha
25.04.2008
Am 24. April gegen 23:00 Uhr startet der Airbus in München um am frühen Morgen (5:30 Uhr Ortszeit) am Flughafen in Doha zu landen. Doha („Die Bucht“) ist die Hauptstadt des Emirat Katar und das kleine Land ragt als ovale Halbinsel in den Persischen Golf. Im Süden ist die Halbinsel mit dem Nachbarstaat Saudi-Arabien verbunden. So klein (11.437 km²) das Emirat auch sein mag, so reich ist es an Gas- und Ölvorkommen. Katar, mit seinen knapp 800.000 Einwohnern, gilt als die reichste Nation in Asien. Unter dem Meeresspiegel lagern die drittgrößten Erdgasreserven der Welt. Der Reichtum diese Emirates liegt natürlich im Öl begründet und die weltweit steigenden Preise werden dafür sorgen, dass sich dieser Reichtum weiterhin multipliziert.
Bei lediglich zwei Stunden Aufenthalt am Flughafen von Doha, lohnt kein Trip in die Stadt. Leider! Der Flughafen selbst wirkt alles andere als aufregend. Da sind die Menschen selbst schon wesentlich interessanter. Vom Kameltreiber bis zum Scheich ist hier ganz offenbar alles vertreten. Dazu zahlreiche Pakistani, Inder und Indonesier, die als Gastarbeiter in Katar ihr Geld verdienen. Nicht zuletzt: Ein paar westliche Rucksacktouristen - so wie ich eben auch. Ich packe meinen Eee PC aus und finde sofort kostenlosen W-LAN-Zugang. Klasse! So tippe ich meine ersten Texte und schreibe die eine oder andere eMail.
Ehrlich gesagt, die Araber wirken alles andere als sympathisch auf mich. Da bin ich ganz offensichtlich durch die westlichen Medien und durch die Ereignisse der jüngeren Geschichte geprägt (Stichwort 11. September). Ich will den negativen Gedanken weiterspinnen, doch ein klitzekleines Erlebnis schubst mich in eine völlig andere Richtung: Eine arabische Familie weckt meine Aufmerksamkeit, als sie durch die Wartehalle geht - nein - schreitet. Der Stolz aus Tausend und einer Nacht: Er, schlank, sehr hoch gewachsen, im traditionellen weißen Gewand gekleidet und mit einer rot-weißen Kufiya bedeckt. Scharfe Gesichtszüge - die eines Raubvogels. Aber trotzdem keineswegs unangenehm. Vielmehr klug und selbstsicher.
Sie, ebenfalls sehr groß, im nachtschwarzen und mit winzigen Perlen bestickten Gewand. Das Gesicht ist bis auf die Augen vollkommen verschleiert. Sie geht Hand in Hand mit dem kleinen Sohn. Schwarze Locken, bunt gekleidet, in T-Shirt und kurzen Hosen, genauso wie wir unsere Kinder anziehen würden. Jedenfalls: Beim Vorbeigehen schaut sie zu mir rüber und für einen kurzen Moment kreuzen sich unsere Blicke. Große dunkle Augen. Stolze Augen. Ein Lächeln huscht über meine Lippen - um dann verlegen meinen Blick wieder auf die Tastatur zu richten. Sie „schweben“ vorbei, ich schaue noch einen Moment hinterher und denke: Welche Ausstrahlung diese Frau wohl ohne Schleier besitzt?
Der Anschlussflug (gegen 8:00 Uhr Ortszeit) von Doha nach Bangkok verläuft problemlos. Was soll auch sein? So ein Airbus kommt immer zurück auf den Boden. Der Service an Bord ist ebenfalls kein Thema. Mahlzeiten oder Kaffee servieren - das schafft heutzutage jede Fluggesellschaft. Die Zeit vergeht dank Bord-Entertainment wie im Flug, ganz ohne Langeweile. Mir stehen unzählige Filme und Musiktitel zur Auswahl. Gegen 19:00 Uhr Ortszeit erfolgt die Landung auf dem neuen Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi (seit 2006 in Betrieb). Die Zeit schrieb im September 2006 einen lesenswerten Artikel zum neuen Flughafen “Suvarnabhumi” in Bangkok:
Rund sechs Stunden Flugzeit von Doha aus und zusätzlich fünf Stunden Zeitverschiebung. Sechs Stunden beträgt die Zeitverschiebung aus deutscher Sicht. Alles in allem, von München nach Bangkok in rund 14 Stunden. Nebenbei mache ich folgende kleine Rechnung auf: Ein Airbus A330 benötigt ca. 850 Liter Kerosin auf 100 Kilometer. Von München nach Bangkok dürften es 10.000 Kilometer Flugstrecke sein. 85.000 Liter Kerosin! Im 1. Quartal 2008 kostete die Tonne (ca. 1200 Liter) Kerosin durchschnittlich 950 US$. Also: 85.000 Liter sind rund 71 Tonnen - mal 950 US$ je Tonne - macht rund 67.500 US$ oder 45.000 Euro.
Alles einfache Strecke! Ich bin noch nicht zurückgeflogen. Also 90.000 Euro für Kerosin. Eine A330 fasst 300 Passagiere und “meine” Flüge waren zu zweidrittel ausgelastet. So komme ich auf eine persönliche Kerosinrechnung in Höhe von 450 Euro. Das bei einen Ticketpreis von 539 Euro. Gut, es kommen Einnahmen aus der ersten Klasse und für das passagierunabhängige Frachtaufkommen hinzu. Auf der anderen Seite stehen allerdings Abschreibung (Leasing) und Wartung der Fluggeräte. Die Personalkosten, Flughafengebühren und das Mittagessen der Fluggäste. Ich habe unzählige Kostenfaktoren vergessen. Es wird eng für die Fluggesellschaften.
