Reise nach Pripyat und Tschernobyl

Im April 1986 explodierte nur der Reaktorblock 4. Nach dem Super-GAU gingen die verbliebenen drei Blöcke wieder ans Netzt. Strom in der Ukraine war - insbesondere im Winter - ein knappes Gut. Erst 14 Jahre später, im Dezember 2000, wurde der letzte Meiler heruntergefahren und endgültig abgeschaltet. Seitdem werden die pannenanfälligen Atommeiler zurückgebaut.

Nach der Explosion wurde verzweifelt Sand und Blei auf den brennenden Reaktor geschüttet und kurze Zeit später eine provisorische Schutzhülle errichtet. Zehntausende Menschen wurden dabei als sogenannte Liquidatoren eingesetzt. Alle riskierten sie ihr Leben und viele Arbeiter haben mit dem Leben bezahlt.
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Die erste Etappe ist erreicht, der havarierte Reaktorblock 4, von nun an klicken die Kameras. Das Hauptmotiv ist der marode Sarkophag. Recht viel mehr gibt es auch nicht zu entdecken. Die Nebengebäude sind unspektakulär.


Reise nach Pripyat und Tschernobyl

Eine Schautafel am Checkpoint mit Angaben über Strahlenwerte und Strahlenzonen. Je nach Jahreszeit schwanken diese Werte ganz erheblich. Zum Beispiel hat eine Schneedecke absorbierende Wirkung. Wind und Wasser hingegen können radioaktive Partikel versetzen.


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Die Zufahrtsstraßen zur Tschernobyl-Sperrzone werden von speziellen Einheiten des Militärs überwacht. Ohne eine Sondergenehmigung ist kein Durchkommen möglich. Natürlich gibt es zahlreiche inoffizielle Schleichwege in die radioaktiv belastete Zone und die einheimische Bevölkerung kennt alle Wege.

Als Fremder und dazu noch westlicher Ausländer ist diese Möglichkeit allerdings ein riskantes Unterfangen. Noch mehr, wenn man sich heimlich mit dem Auto in der verbotenen Zone bewegen möchte. Praktisch unmöglich: Denn an einigen neuralgischen Punkten wurden zur Überwachung Kameras installiert. Außerdem gibt es innerhalb der 30-Kilometer-Sperrzone von Tschernobyl weitere Streckenposten.

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Immer stärker kreisen die Gespräche nur noch um ein Thema: Aber Radioaktivität lässt sich nicht sehen, nicht schmecken, nicht riechen, nicht hören und nicht anfassen.

Ein paar Leute versammeln sich interessiert um ein kleines graues Gerät, das von Vadim bedient wird. Es ist ein Geigerzähler. Nur damit besteht für uns die Möglichkeit, die radioaktive Strahlung zu erfassen und zu bewerten.

Auf dem Display werden 18 Mikroröntgen pro Stunde angezeigt. Das ist ein normaler Wert und zeigt die natürliche Radioaktivität in der Umgebung an.
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Ein typisch sowjetisches Monument am Straßenrand markiert den Beginn der Region Tschernobyl. Hier wurden die Insignien der Atomkraft und der Landwirtschaft in den Stein gemeißelt. Wenn auch gerade nicht sichtbar: Roter Stern, Hammer und Sichel zieren die rechte Seite des Monuments.

Im Detail lassen sich sie Kühltürme einer Kernkraftanlage erkennen: Schwarzer Rauch für Kühltürme ist allerdings unpassend, schließlich absorbieren die Türme eigentlich nur Wasserdampf. Schon eher steht der schwarze Rauch für den Atombrand von Tschernobyl.
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Ein kurzer Halt am Stadtrand von Kiew um schnell noch Getränke oder Zigaretten einzukaufen. Valentina und Vadim (in der gelben "Schutzjacke") auf dem Weg zurück zum Bus. Vadim wurde in Pripyat geboren und ist bis zum Super-GAU von Tschernobyl dort aufgewachsen.

Sascha im Gespräch mit den Tour-Gästen aus Moskau. Die jungen Russen sind am frühen Morgen mit dem Nachtzug in Kiew eingetroffen. Viele Teilnehmer der Tour fahren am gleichen Abend zurück nach Moskau. Die Stimmung ist ausgelassen.
