Die Kunst der Verführung
Wladimir Rakowski weiß was Frauen wollen. Der 45-jährige Psychologe ist Gründer einer speziellen Akademie in Moskau und seine Kurse haben für die Teilnehmer nur ein Ziel: Wie heirate ich erfolgreich einen standesgemäßen Mann.
Impressionen aus Moskau
Mit 540 Meter Höhe war der Ostankino-Fernsehturm in Moskau zwischen 1967 und 1975 die höchste freistehende Konstruktion der Welt. Im Jahre 1976 wurde in Toronto der 553 Meter hohe Canadian National Tower fertiggestellt. Inzwischen steht in Dubai ein noch höheres Gebäude. In 337 Meter luftiger Höhe befindet sich ein Restaurant und eine Aussichtsplattform mit gläsernen Boden - mit dem Lift in knapp einer Minute zu erreichen. Leider jedoch ist der Turm seit August 2000 für Besucher geschlossen. Ursache war ein Brand in 463 Meter Höhe, der den Turm in seiner Struktur beschädigte. Lange Zeit blieb daher unklar, ob der Ostankino-Turm überhaupt stehen bleiben konnte.
Inzwischen ist der Moskauer Fernsehturm Ostankino von Grund auf renoviert, auch eine neue Antenne wurde aufgesetzt. Doch das imposante Bauwerk steht unter keinen guten Stern: Im Mai 2007 brach erneut ein Feuer durch Schweißarbeiten in 340 Meter Höhe aus. Für mögliche Touristen gilt in Zukunft: No nisk, no fun!
Für Amerika und Westeuropa war es ein Schock, für die Sowjets ein großer Triumph, als sie 1957 den ersten Sateliten überhaupt auf eine Umlaufbahn brachten. Das Sputnik-Denkmal auf dem Gelände der "Allunion-Ausstellung" erinnert an diese Leistung.
Sputnik war der Name der ersten zehn sowjetischen Satelliten, die zwischen 1957 und 1961 eine Erdumlaufbahn erreichten. Sputnik 1 wurde am 04.10.1957 als erster künstlicher Satellit von Baikonur (heute Kasachstan) aus in den Weltraum geschossen. Sputnik gilt im Osten Europas als Synonym für Satelliten. Wörtlich übersetzt bedeutet Sputnik nichts anderes als "Begleiter" oder "Weggefährte". Übrigens: In den 50er und 60er Jahren wurden in Westdeutschland unter dem Namen "Sputnik" Nudeln verkauft.
Foto © Thomas Kristan
Impressionen aus Moskau
Böse Zungen behaupten, der georgische Architekt und Bildhauer Surab Zereteli, ein Freund alles Ausladenden und Naturalistischen, habe mit der Statue eigentlich Kolumbus zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas verewigen wollen. Doch dann sei er die Statue in Amerika nicht losgeworden und habe Kolumbus zu Peter dem Großen umgearbeitet.
Das 94 Meter hohe Werk steht seit 1997 auf einer künstlichen Insel in der Moskwa und gilt als strittigstes Monument der Hauptstadt, wo man nie verstanden hat, was Moskau denn wohl mit der Flotte verbindet.
Zur Zeit von Josef Stalin hat sich ein sehr monumentaler Baustil in der Sowjetunion entwickelt. Bis zum heutigen Tag werden viele Großstädte der ehemaligen Sowjetunion durch den etwas abfällig bezeichneten „Zuckerbäckerstil“ geprägt.
Wer mit offenen Augen durch die Straßen von Moskau schlendert, (oder durch Kiew, aber dazu schreibe ich an anderer Stelle mehr), wird jede Menge architektonische Feinheiten finden. So zum Beispiel diese prächtigen Laternen, welche auf dem „Allunion-Messegelände“ installiert wurden. Das Foto habe ich ein wenig zugeschnitten und nach oben hin gekürzt. Trotzdem entsteht für mich der Eindruck, als seien diese Leuchten einer Weizenähre nachempfunden.
Foto © Thomas Kristan
Ausflug nach Moskau
Wer erinnert sich noch an seinen legendären Flug vor 20 Jahren? Als am 28. Mai 1987 der damals 19-jährige Mathias Rust eine einmotorige Cessna 172B Skyhawk mitten in Moskau landete, nachdem er zuvor einige Runden über dem Roten Platz und dem Kreml flog. In vielen Medien ist nach wie vor von der „Landung auf dem Roten Platz“ die Rede, obwohl es diese Landung nie gegeben hat. Vielmehr landete Rust auf der Moskwa-Brücke und brachte seinen Flieger auf dem Parkplatz für Reisebusse (Wassilewski-Spusk) direkt am Roten Platz zum Stehen. Auf dem Roten Platz liefen derzeit zu viele Menschen, als das eine Landung für Rust möglich erschien.
Der Flug des deutschen Amateurpiloten zwang nicht nur den sowjetischen Verteidigungsminister (Marshal Sergey Sokolov) und den Oberbefehlshaber der Luftverteidigung (Marshal Alexander Koldunov) zum Rücktritt und vorzeitigen Abgang in den Ruhestand. Weitere neun Generäle und 298 Offiziere wurden – aufgrund dieses Ereignisses - von ihren Posten enthoben. Man munkelt hinter vorgehaltener Hand, dass sich Michail Gorbatschow durch diese Entlassungen, so einige politischer Gegner entledigen konnte.
Damals war folgender Scherz im Umlauf: „Warum ist es verboten, auf dem Roten Platz zu rauchen? Rauchen auf dem Flughafen ist verboten!“ Wie auch immer, in diesen Tagen gab der nunmehr 39-jährige Mathias Rust der Bild-Zeitung ein exklusives Interview, dabei zeiget er Einsehen: "Das war naiv, jugendlicher Idealismus." Damals habe er ein Zeichen für Frieden und Abrüstung setzen wollen, sei aber durch die Haft "aus seiner Traumwelt" gerissen worden.
Mathias Rust wurde am 4. September 1987 in Russland zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Nach 14 Monaten im Moskauer Lefortowo-Gefängnis wurde er durch den ehemaligen Außenminister Andrei Gromyko begnadigt und vorzeitig aus der Haft entlassen. Rust machte erneut Schlagzeilen, weil er beim Zivildienst eine Krankenschwester niederstach. Auch später beschäftigte Rust noch die Gerichte, aber wegen Kleinigkeiten. Heute lebt er nach eigenen Angaben "die meiste Zeit in Berlin".
Rust bleibt ein "echter" Abenteurer und verdient sein Lebensunterhalt als Profi-Poker-Spieler. Er rühmt sich, in Las Vegas schon mal 750.000 US$ in einen Poker-Turnier gewonnen zu haben. Doch er verlor den größten Teil der Summe – beim Glücksspiel im gleichen Casino. Seine Fluglizenz hat Rust damals abgeben müssen. Offenbar hat er eine neue Lizenz in Südamerika erworben. Sein letzter Flug fand angeblich im November 2006 statt.







