Panik, Hysterie und Schweinegrippe
Schweinegrippe in der Ukraine und die Menschen kaufen landesweit die Apotheken leer. Dabei haben ukrainische Apotheken kein geeignetes Arzneimittel gegen die Schweinegrippe im Angebot. In der vergangenen Nacht waren erneut Todesopfer aufgrund der Schweinegrippe zu beklagen und das Gesundheitsministerium in Kiew kippt weiter kräftig Öl ins Feuer: Vasyl Knyazevich, Minister für Gesundheit, sprach am Morgen erstmals von einem möglichweise mutierten Virus und erwägt weitere Quarantäne-Maßnahmen. So könnte die Staatsgrenze geschlossen werden. Der ukrainische Gesundheitsminister rät Ausländer dringend davon ab, jetzt in die Ukraine zu reisen.
In der Region Ternopil und Lviv sind die Krankenhäuser bereits überfüllt und die Hilfesuchenden werden immer zahlreicher. Angeblich soll nun das Militär eingesetzt werden um Feldlazarette in der bedrohten westlichen Ukraine zu errichten. Allerdings bewegt sich die Epidemie schon zum Zentrum (also Richtung Kiew) und zum Osten der Ukraine. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko erklärte gestern 9 Regionen des Landes komplett unter Quarantäne zu stellen.
Aber es ist nicht so ganz klar, was unter Quarantäne in der Ukraine zu verstehen ist. Denn Schweinegrippe hin oder her, möglicherweise wird in der Ukraine mit Absicht Panik und Hysterie erzeugt um die anstehenden Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen. In einem Land, wo Politiker und Verbrecher kaum zu unterscheiden sind, wäre eine tödliche Krankheit als Argument im politischen Kampf eine willkommene Hilfe.
30.10.2009
Die Ukraine hat nach mehreren Schweinegrippe-Todesfällen die Schließung aller Schulen angeordnet. Diese Maßnahme gelte für mindestens drei Wochen, sagte Regierungschefin Julia Timoschenko. Für die gleiche Zeitspanne seien alle öffentlichen Versammlungen verboten. Auch alle Konzerte müssen abgesagt werden, Kinos sollen geschlossen bleiben. In der Ukraine ist die Zahl der Toten durch die Schweinegrippe nach offiziellen Angaben auf 33 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte sind landesweit mehr als 80.000 Menschen an dem Virus erkrankt – fast die Hälfte von ihnen sind Kinder.
