Die Kunst der Verführung
Wladimir Rakowski weiß was Frauen wollen. Der 45-jährige Psychologe ist Gründer einer speziellen Akademie in Moskau und seine Kurse haben für die Teilnehmer nur ein Ziel: Wie heirate ich erfolgreich einen standesgemäßen Mann.
Die niedrigsten Löhne in Europa
Die Ukrainer haben die niedrigsten Löhne in Europa, so jedanfalls das Ergebnis einer Studie aus dem Forschungsinstitut für Demographie. Demnach beträgt das durchschnittlliche Monatseinkommen in der Ukraine 246 US-Dollar. Zum Vergleich: In Lettland verdienen Arbeitnehmer im Schnitt 575 US$, in Polen 1200 US$ und im Westen 5500 US$. Was die Statistik allerdings unter den Tisch kehrt: Nicht wenige ukrainische Arbeitnehmer erhalten neben dem offiziellen Lohn – Monat für Monat – einen zusätzlichen Briefumschlag mit Bargeld vom Chef ausgehändigt. Schließlich wird gut die Hälfte des ukrainischen BIP im Schatten von Staat und Gesellschaft erwirtschaftet.
Panik, Hysterie und Schweinegrippe
Schweinegrippe in der Ukraine und die Menschen kaufen landesweit die Apotheken leer. Dabei haben ukrainische Apotheken kein geeignetes Arzneimittel gegen die Schweinegrippe im Angebot.
Tag der Rettung



Am 17. September feiern die Feuerwehrkräfte der gesamten Ukraine den „Tag der Rettung“. Schon am Vorabend zeigte sich die Generaldirektion des Ministeriums für Notfälle volksnah: Die Kiewer Feuerwehr präsentierte am Dnepr eine Ausstellung älterer und neuerer Feuerwehrtechnik. Die berufseigene Blaskapelle sorgte für Stimmung unter den Gästen.



Die Ukraine im freien Fall
Die ukrainische Ökonomie ist – durch die Weltwirtschaftskrise – vollkommen aus den Fugen geraten. Aktuell korrigiert der Internationale Währungsfonds (IWF) seine BIP-Prognose für die Ukraine deutlich nach unten. So soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr abnehmen. Bisher gingen die IWF-Experten von ein Minus um die 8 Prozent aus.
Außerdem prognostiziert der IWF eine Inflationsrate von 13 Prozent für das Jahr 2009. Der Absturz der Weltwirtschaft verstärkt das politische und wirtschaftliche Desaster in der Ukraine. Das Außenhandelsvolumen halbierte sich in den ersten sieben Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Jedoch sind die meisten Probleme des Landes im osten Europas ganz einfach hausgemacht: Alleine die Schattenwirtschaft mach 40 Prozent des BIP aus. Das berichtet jüngst die Rechnungskammer der Ukraine. Damit nimmt die Schattenwirtschaft ein Ausmaß an, das die makroökonomische Sicherheit des Landes bedroht.



Um den defizitären Staatshaushalt zu decken läuft ungebremst die Notenpresse der Nationalbank: Die Nationalbank der Ukraine ist im Binnenmarkt die einzige Quelle für die Kreditaufnahme der Regierung, denn bei Investoren gibt es kein Vertrauen in ukrainische Schuldpapiere. Die Folge: Das Budgetproblem der Regierung destabilisiert die ukrainische Währung und der Hrywnja befindet sich im freien Fall.
Inzwischen kostet ein US-Dollar 8 Hrywnja. Die Situation ist ohne eine Erholung der Wirtschaft völlig aussichtslos. Für eine Kürzung der Staatsausgaben gibt es mehrheitlich keinen politischen Willen. Also wird die Nationalbank weiterhin Hrywnja gegen Schuldbriefe emittieren. Schon bald wird der Kaufpreis je Dollar auf 10 Hrywnja klettern und weiter zu einer Verarmung der Bevölkerung führen.
Uzhgorod

Die erste große Stadt hinter der ungarischen oder slowakischen Grenze: Uzhgorod ist mit ca. 115.000 Einwohner die Hauptstadt des Oblast Transkarpatien. Der Name der Stadt rührt von ihrer Lage am Fluß Uzh (oder Usch, ukrainisch Уж) her.

Fotos: Thomas Kristan
Biergarten in Uzhgorod

Verlässt man die Stadt Uzhgorod in Richtung Kiew passiert man ein fast unscheinbares Haus. Dieses Anwesen birgt sein kleines Geheimnis im Hinterhof: Dort eröffnet sich dem Besucher der – mit Abstand – urigste Biergarten dieser Region. Hier geht es zuweilen recht deftig zu, für Wodka und Humor wird reichlich gesorgt.
Gelbe Karte
Die gelbe Karte hat sich Ukraine für die Ausrichtung der Fußball-EM 2012 bereits eingefangen. Vergangene Woche drohte Uefa-Präsident Michel Platini damit, neben Polen, Fußballspiele ersatzweise in Berlin und Leipzig austragen zu lassen. Die Probleme der Ukraine liegen weniger im schleppenden Ausbau der Stadien als vielmehr in der schlechten Infrastruktur. Hotels und Unterkünfte sind echte Mangelware, Straßen und Eisenbahnverbindungen vielerorts marode.
Hinzu kommen politischen Querelen rund um die Finanzierung der Euro 2012, denn im Januar 2010 sind in der Ukraine Präsidentschaftswahlen anberaumt. Der Fußball droht also zum Opfer politischer Auseinandersetzungen zu werden. Tatsächlich geht es um sehr viel Geld und um rund 500 Bauprojekte: Stadien, Flughäfen, Fernstraßen und Hotels. Die veranschlagte Summe: 16 Milliarden Euro.
Ursprünglich sollten zwei Drittel der verplanten Gelder von privaten Investoren aufgebracht werden. Mitten in der Finanzkrise eine Illusion. Und das der nur mit internationaler Hilfe vor dem Kollaps gerettete Staat einspringt, ebenfalls. Die Investitionsvorhaben wurden nun um ein Viertel auf rund 12 Miliarden Euro gekürzt. Woher das Geld kommen soll, bleibt weiterhin eine offene Frage.
Singapur im Rückblick
Im Beitrag zuvor schrieb ich den Satz „von Europa ... keine Spur“ und meinte das im Sinne einer Betrachtung über Google Earth. Selbstverständlich hat jedes Land in Südostasien seine eigene Kultur, seine Geschichte und seine Politik. Allerdings, hier hat Europa in der Vergangenheit kräftig mitgemischt. Aus singapurischer Sicht sind das vor allem die Briten, kaum weniger die Niederländer und die Franzosen.
Um 1818 war die Insel Singapur nichts weiter als ein Nest, bevölkert von kaum mehr als 150 Menschen: Ein paar malaysische Fischer und Seeräuber fanden an diesen Ort Auskommen und Unterschlupf. Im Januar 1819 landeten die ersten Schiffe der East India Company, unter Thomas Stamford Raffles, die Insel Singapur. Ziel der Expedition war es, eine neue Niederlassung für England zu gründen. Die East India Company besaß das Monopol des Handels in den britischen Kolonien Südostasiens.
Thomas Stamford Raffles blieb nur kurz auf der Insel, traf allerdings wichtige Entscheidungen, die das Fundament für eine schnelle und positive Handelsentwicklung waren. Eine der wichtigsten Entscheidungen war wahrscheinlich die, Singapur zu einem freien Hafen ohne Handelssteuer zu erklären. Raffles erkannte als einer der Ersten die Perspektiven des Ortes als Handelsplatz.
Im Mai 1823 wurde Singapur schließlich zum offiziellen Außenposten der East India Company erkoren. John Crawfurd, ein schottischer Orientalist, erwarb im Auftrag der Company im August 1824 die gesamte Insel. Handelspartner war der Sultan von Johor, Hussein Shah. Der Sultan erhielt im Gegenzug 60.000 Dollar Einmalzahlung und eine jährliche Rente von 24.000 Dollar. Wer es genauer wissen möchte: Johor ist heute der südlichste Bundesstaat von Malaysia. Noch im gleichen Jahr soll die Einwohnerzahl von Singapur auf über 10.000 angewachsen sein.
Aufgrund seiner herausragenden geografischen Lage, entlang der verkehrsreichen Schifffahrtswege zwischen China und Europa, wuchs die Bedeutung von Singapur als Umschlagshafen von Jahr zu Jahr. Im April 1867 wurde Singapur, vor dem Hintergrund weiterer territorialer Expansionen, zur britischen Kronkolonie. Die Eröffnung des Suezkanals 1869 beschleunigte Bedeutung und Wachstum zusätzlich. Im Jahre 1881 hatte ganz Singapur bereits 172.993 Einwohner.








