Öffentliche Verkehrsmittel in Kiew
Öffentliche Verkehrsmittel sind in Kiew – für unsere Maßstäbe – sehr preiswert und für die meisten Bürger der Stadt die einzige Möglichkeit um von A nach B zu kommen. Nur die wenigsten können sich ein eigenes Auto leisten und diese wenigen verstopfen – kaum weniger als im Westen - die Straßen von Kiew.
Busse, Trolleybusse und Straßenbahnen der Stadt Kiew sind oft überfüllt, im Berufsverkehr sowieso. Fahrpläne an den Haltestellen gibt es nicht. Also fünf oder zehn Minuten anstellen und warten. Für Ausländer fahren hier sowieso alle Busse nach Rom. Ein Ticket kostet 50 Kopeken und das Geld ist im Bus oder in der Straßenbahn an eine (zumeist ältere und finster dreinblickenden) Begleiterin zu entrichten. Die öffentlichen Vehikel schauckeln, quitschen, kreischen und sind oft auch schmutzig. Das nichts zusammenbricht spricht vermutlich für die ukrainische Kunst der Improvisation. Dennoch: Gerade mit der Straßenbahn lässt sich Kiew (wie auch andere Städte in der Ukraine) prima erkunden und entdecken.
Kiews Untergrundbahn (Metro) sollten Sie unbedingt kennenlernen. Sie ist das schnellste, sicherste und günstigste Verkehrsmittel der Stadt. Theoretisch (und praktisch) können Sie mit einer halben Griwnja den ganzen Tag und die halbe Nacht in der U-Bahn verbringen. Ungehindert können Sie auf den drei Linien ein-, aus- und umsteigen. Nur wenn Sie einen der architektonisch reizvollen Bahnhöfe verlassen – um wieder einen lichten Moment zu erleben – dann müssen Sie eine neue Fahrkarte, in Kiew in Form einer grüne Plastikmünze, für 50 Kopeken erwerben. Die schönste U-Bahn-Strecke führt übrigens über den mächtigen Dnjepr, der Fluß, der die Stadt Kiew in zwei Hälften teilt. Die Bahnstrecke tritt in „Alt-Kiew“ aus einem Hügel und fährt oberirdisch über eine Brücke rüber nach „Neu-Kiew“ – tolle Aussicht. Die U-Bahn-Linie wird von der Stadt ständig ausgebaut.
Linien-Taxis (Marschrutnoe Taxi) sind private Kleinbusse und dienen zur Ergänzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Im Prinzip werden die üblichen Bus- und Straßenbahnruten bedient. Es gibt eigentlich keine fixe Haltestelle (nur eine feste Anfangs- und Endstation) und der Bus hält auf Verlangen des Fahrgastes an. Das kann ein Fahrgast im Bus sein, oder ein Fahrgast an der Straße, der per Fingerzeig dem Busfahrer zu verstehen gibt, das er einsteigen und mitfahren möchte. Dieses ständige Stop and Go animiert allerdings einige Busfahrer zu sehr eigenwilligen – nicht gerade ungefährlichen - Fahrmanövern. Von Verkehrsunfällen, in dem Kleinbusse verwickelt sind, hört man in Kiew (genauso wie in der Provinz) des öftteren. Trotzdem sind diese privaten Busse kaum mehr wegzudenken. Der Fahrpreis beträgt in der Regel eine Griwnja, unabhängig von der Streckenlänge.
Taxen gibt es in Kiew wie Sand am Meer. Der Fahrpreis bewegt sich um eine Griwnja pro gefahrenen Kilometer. Nur ein Richtwert. Manchmal gibt es günstigere Angebote oder in der Nacht saftige Zuschläge. Daher sollten Sie den Fahrpreis bis zum Fahrziel am besten vor dem Einsteigen in ein Taxi aushandeln. Als Ausländer kommt man für Preise zwischen 15 und 30 Griwnja (rund fünf Euro) durch die halbe bis ganze Stadt. Eine ähnliche Fahrt würde in deutschen Großstädten um die 30 Euro kosten. Noch ein Tipp: Es ist in Kiew üblich Privatfahrer anzuhalten, die sich als inoffizielle Taxifahrer gerne einige Griwnas dazu verdienen. Allerdings gibt es in der Ukraine keine private Haftpflichtversicherung. Ergo: Alles was Sie tun, machen Sie auf eigenes Risiko.
