Checkliste
Wetter und Jahreszeit beeinflussen den Grad der Radioaktivität in der Tschernobyl-Zone. Über die Jahrzehnte hinweg, hat der Regen radioaktive Stoffe in den Boden getragen. Daher ist im Sommer die radioaktive Bodenstrahlung wesentlich höher als im Winter, wenn Frost und eine Schneedecke die gefährlichen Partikel im Boden halten. Hitze, Trockenheit und Wind sorgen hingegen für Bodenerosion und tragen den radioaktiven Staub in die Luft.


Exkursion in Pripjat: Kleidung
Um für ein paar Stunden Pripyat zu erkunden ist kein Schutzanzug notwendig. Aber genauso wenig sind im Sommer T-Shirt und Shorts angesagt, vielmehr langärmelige Kleidung, lange Hose und – ganz wichtig - festes Schuhwerk. Flip-Flops sind kein geeignetes Schuhwerk um durch eine zerbröselnde Geisterstadt zu laufen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte trägt Einweg-Handschuhe (aus Baumwolle) und ein Tuch als Mundschutz.
Ich war im Frühjahr 2006 in Pripyat. Damals habe ich auf Handschuhe und Mundschutz verzichtet. Das Wetter war günstig. Allerdings wurde mir trotzdem abgeraten, meine Finger in den Mund zu stecken oder mir die Augen zu reiben. Und man möge mir glauben, nach zwei Stunden will man sich die Augen reiben oder über den Mund fahren. Bewusst und unbewusst. Vielleicht wirkt das ganze ein bisschen paranoid, abschließend kann ich das nicht beurteilen. Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Exkursion in Pripjat: Lebensmitel
Vielleicht hat es der eine oder andere Leser schon geahnt: Aktuell gibt es in Pripyat keine Filiale von Burger King oder McDonalds. Doch ein paar Stunden aktiver Aufenthalt in der Stadt machen den Besucher hungrig und durstig. Pripyat hat lauschige Stellen die zum Picknick einladen. Nun, wer mit Flip-Flops in diese Stadt kommt, der macht auch ungeniert Brotzeit in einem Hotspot. Für die Vernunftbegabten unter uns gilt: Getränke gut verschlossen halten und abgepackte kleine Snacks (z.B. Müsliriegel) mitführen. Keine Schokolade, macht sich nicht gut bei Wärme. Und wenn der Riegel noch so sehr mundet, das Getränk noch so erfrischen ist: Keine Finger abschlecken, sich nicht über den Mund wischen! Und deshalb auch keine Schokolade. Ein reichliches Frühstück und ein Lunch-Paket für die Busrückfahrt helfen, dem Heißhunger in der Tschernobyl-Zone auszuweichen, zumindest aber zu ertragen.
Exkursion in Pripjat: Equipment
Schätze mal, niemand fährt ohne Kamera nach Tschernobyl. Ich für meinen Teil bevorzuge eine echte Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Will sagen: Zur Ausrüstung gehört ein ordentlicher Rucksack und keine Handtasche. Die Akkus – jawohl Mehrzahl – wurden über Nacht geladen. Und an der Kapazität einer Speicherkarte sollte die Exkursion ebenfalls nicht scheiten. Ich beschreibe hier alles Dinge, die für einen Ausflug am Starnberger See oder zum Schloss Neuschwanstein selbstverständlich sind. Der Unterschied ist nur, in Pripyat stellt niemand seinen Rucksack auf den (verseuchten) Boden um mal eben eine Banane rauszukramen.
P.S.
Ein Notebook mitzuschleifen ist reichlich überflüssig: Internet gibt es sowieso nicht, zum speichern der Fotos befinden sich genügend Speicherkarten in der Hosentasche, für Notizen reichen Papier und Bleistift vollkommen aus.

Februar 19th, 2011
Hallo Tomik,
habe deinen Blog entdeckt und freue mich sehr darüber.Seit einer gewissen Zeit habe ich mir fest in den Kopf gesetzt nach Tschernobyl zu reisen.Diese Unterfangen lässt mich nicht mehr los.In meinem Bekannten/Freundeskreis stosse ich nur auf Unverständnis. Ich weiß zwar nich nicht wie und wann aber bin fest entschlossen dazu. Ich suche einen Ansprechpartner der mir hilft,ich könnt mir zur Zeit keinen besseren vorstellen als dich. Wenn du etwas Zeit findest würde ich mich sehr freuen wenn du dich bei mir meldest. Gruß dirk
Februar 19th, 2011
Hallo Dirk, kein Problem, Du kannst mich jederzeit ansprechen. Melde Dich einfach, wenn Du Fragen hast. Ich bin da unkompliziert. Wie Du schon bemerkt hast, findet man mich auch bei Facebook. Also, schönes Wochenende und bis demnächst. Herzlicher Gruß, Thomas