Impressionen aus Moskau
Mit 540 Meter Höhe war der Ostankino-Fernsehturm in Moskau zwischen 1967 und 1975 die höchste freistehende Konstruktion der Welt. Im Jahre 1976 wurde in Toronto der 553 Meter hohe Canadian National Tower fertiggestellt. Inzwischen steht in Dubai ein noch höheres Gebäude. In 337 Meter luftiger Höhe befindet sich ein Restaurant und eine Aussichtsplattform mit gläsernen Boden - mit dem Lift in knapp einer Minute zu erreichen. Leider jedoch ist der Turm seit August 2000 für Besucher geschlossen. Ursache war ein Brand in 463 Meter Höhe, der den Turm in seiner Struktur beschädigte. Lange Zeit blieb daher unklar, ob der Ostankino-Turm überhaupt stehen bleiben konnte.
Inzwischen ist der Moskauer Fernsehturm Ostankino von Grund auf renoviert, auch eine neue Antenne wurde aufgesetzt. Doch das imposante Bauwerk steht unter keinen guten Stern: Im Mai 2007 brach erneut ein Feuer durch Schweißarbeiten in 340 Meter Höhe aus. Für mögliche Touristen gilt in Zukunft: No nisk, no fun!
Für Amerika und Westeuropa war es ein Schock, für die Sowjets ein großer Triumph, als sie 1957 den ersten Sateliten überhaupt auf eine Umlaufbahn brachten. Das Sputnik-Denkmal auf dem Gelände der "Allunion-Ausstellung" erinnert an diese Leistung.
Sputnik war der Name der ersten zehn sowjetischen Satelliten, die zwischen 1957 und 1961 eine Erdumlaufbahn erreichten. Sputnik 1 wurde am 04.10.1957 als erster künstlicher Satellit von Baikonur (heute Kasachstan) aus in den Weltraum geschossen. Sputnik gilt im Osten Europas als Synonym für Satelliten. Wörtlich übersetzt bedeutet Sputnik nichts anderes als "Begleiter" oder "Weggefährte". Übrigens: In den 50er und 60er Jahren wurden in Westdeutschland unter dem Namen "Sputnik" Nudeln verkauft.
Foto © Thomas Kristan
Impressionen aus Moskau
Böse Zungen behaupten, der georgische Architekt und Bildhauer Surab Zereteli, ein Freund alles Ausladenden und Naturalistischen, habe mit der Statue eigentlich Kolumbus zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas verewigen wollen. Doch dann sei er die Statue in Amerika nicht losgeworden und habe Kolumbus zu Peter dem Großen umgearbeitet.
Das 94 Meter hohe Werk steht seit 1997 auf einer künstlichen Insel in der Moskwa und gilt als strittigstes Monument der Hauptstadt, wo man nie verstanden hat, was Moskau denn wohl mit der Flotte verbindet.
Zur Zeit von Josef Stalin hat sich ein sehr monumentaler Baustil in der Sowjetunion entwickelt. Bis zum heutigen Tag werden viele Großstädte der ehemaligen Sowjetunion durch den etwas abfällig bezeichneten „Zuckerbäckerstil“ geprägt.
Wer mit offenen Augen durch die Straßen von Moskau schlendert, (oder durch Kiew, aber dazu schreibe ich an anderer Stelle mehr), wird jede Menge architektonische Feinheiten finden. So zum Beispiel diese prächtigen Laternen, welche auf dem „Allunion-Messegelände“ installiert wurden. Das Foto habe ich ein wenig zugeschnitten und nach oben hin gekürzt. Trotzdem entsteht für mich der Eindruck, als seien diese Leuchten einer Weizenähre nachempfunden.
Foto © Thomas Kristan
Kaufhaus GUM in Moskau
Die exklusiven Läden befinden sich im Erdgeschoss, etwas preiswerter wird es in der dritten Etage, in dem auch Cafes und kleine Restaurants betrieben werden. Das GUM wurde in den letzten Jahren aufwändig renoviert und umgebaut. Rolltreppen und behindertengerechte Fahrstühle hielten Einzug. Büroräume im zweiten Stock verwandelte man in zusätzliche Ladengeschäfte. Es gibt ein Kino. Weitere Verkaufsflächen soll der geplant Ausbau im Kellergeschoss bringen.
Das GUM liegt im Zentrum einer Weltstadt: Die Mieten für die einzelnen Läden sind ausgesprochen exorbitant. Daher richtet sich das Warenangebot in erster Linie an zahlungskräftige Kunden. Die gibt es in Moskau (10 Mio. Einwohner) allerdings reichlich und das GUM empfängt im Durchschnitt 30.000 Besucher am Tag. Das erste Warenhaus in Moskau: Ein Laufsteg der neureichen, jungen Russen.
Das quadratische Gebäude (252 x 88 Meter) befindet sich im Besitz der Stadt Moskau. Die Pachtrechte liegen gegenwärtig und bis 2042 bei einer privaten Betreibergesellschaft, der „Warenhaus GUM AG“. Hauptaktionär ist eine russische Modehaus-Kette. Ein viertel der Aktien befinden sich im Streubesitz.
Foto © Thomas Kristan
Kaufhaus GUM in Moskau
Im Osten des Roten Platzes erhebt sich gegenüber vom Lenin-Mausoleum das 252 Meter lange, glasüberdachte Kaufhaus GUM, das erste und größte (35.000 qm Ladenfläche) Prestigekaufhaus Russlands. 1893 wurde das weltberühmte Kaufhaus mit viel Stuck, Brücken und Kronenleuchtern sowie einen zentral gelegenen Springbrunnen für sechs Millionen Rubel errichtet. Das GUM lässt sich über 10 Haupteingänge von allen Seiten betreten.
Die Eröffnung des Konsumtempels im Jahre 1893 war ein großes gesellschaftliches Ereignis - und fand Beachtung, weit über die Grenzen Russlands hinaus. Neben dem neuartigen Glasdach, das den Einkaufspassagen des Gebäudes ungewohnt viel Tageslicht spendete, verfügte das GUM über eine für die damalige Zeit sehr moderne Innenausstattung: Zentralheizung, elektrisch betriebene Lastenaufzüge und sogar ein hausinternes Stromkraftwerk. Nach Sonnenuntergang beleuchteten rund 7000 elektrische Glühlampen die Passagen.
Der zentrale GUM-Eingang vom Roten Platz aus war von der Wiedereröffnung des Kaufhauses 1953 noch bis Mitte der 90er Jahre für die Öffentlichkeit geschlossen. Damit wollte die Staatsmacht verhindern, dass sich Gedränge und Warteschlangen direkt am Roten Platz bildeten.
Heute beherbergt das Kaufhaus GUM über 200 Ladenlokale in sehr unterschiedlichen Größen und verteilen auf drei Etagen. Die Galerien der beiden oberen Etagen sind mit querlaufenden Brücken verbunden. Von der Konzeption her ist das GUM also weniger ein klassisches Warenhaus als vielmehr ein (historisches) Einkaufszentrum.
Foto © Thomas Kristan





















