Priština im Frühling



Fotos: Thomas Kristan
Die Europäische Union Rule of Law Mission im Kosovo (EULEX) hat zur Aufgabe, die örtlichen Behörden im Bereich der Rechtsstaatlichkeit (Polizei, Justiz und Zoll), zu unterstützen. Die EULEX hat im Kosovo keine Regierungsaufgaben und ihre Befugnisse sind beschränkt. Rund 3200 Mitarbeiter arbeiten für EULEX, um mit der Zeit eine unabhängige und multi-ethnische Kultur der Rechtsorgane sicherzustellen. Maßstab sind internationale Standards und bewährte europäische Praktiken. Nicht immer findet das die Zustimmung der gesamten Bevölkerung im Kosovo. Kritik lässt sich in Priština an Mauern oder Hauswänden ablesen.
Priština im Frühling



Fotos: Thomas Kristan
Die „United Nations Interim Administration Mission in Kosovo“ (UNMIK) ist durch den UN-Sicherheitsrat (Kosovo-Resolution) ermächtigt, im Kosovo eine unabhängige Selbstverwaltung zu etablieren. Die UNMIK ist zuständig für den Wiederaufbau der Infrastrukturen, verantwortet die Durchsetzung der Ordnung und ist zuständig für die Ausbildung der Polizei. Nicht zuletzt organisiert UNMIK die humanitäre Hilfe im Kosovo.
Priština im Frühling



Fotos: Thomas Kristan
Priština ist Hauptsitz einer ganzen Reihe von Institutionen, welche helfen sollen, den Kosovo als unabhängigen Staat in die Zukunft zu führen. Was die Zukunft des Landes betrifft, da hat vermutlich jeder größere Clan im Kosovo seine eigenen Vorstellungen, insbesondere die organisierte Kriminalität. Jedenfalls, die Vereinten Nationen sind mit der Mission UNMIK im Kosovo. Die Europäische Union bezeichnet ihre Mission im Kosovo EULEX.
Priština im Frühling



Fotos: Thomas Kristan
Der Bevölkerungsexplosion nach dem Kosovokrieg belastet die Infrastruktur von Priština bis heute. Nach dem Krieg wurden erhebliche Teile der Stadt um- und zugebaut. Fast immer ohne Baugenehmigung. Nicht selten leidet die Bevölkerung unter der mangelhaften Versorgung mit Wasser und Elektrizität. Stromgeneratoren in allen erdenklichen Größen und Formen prägen das Straßenbild.
Priština im Frühling



Fotos: Thomas Kristan
Das Kosovo ist mit 10.877 Quadratkilometern nicht einmal halb so groß wie das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Um die zwei Millionen Menschen leben im Kosovo, etwa ein Viertel der Bevölkerung ist im Großraum Prishtina angesiedelt. Die Bevölkerungsmehrheit gehört zur Islamischen Gemeinschaft.
Die eigentliche Stadt sowie 41 Dörfer bilden heute die Großgemeinde Priština mit geschätzten 550.000 Einwohnern. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht. Mit dem Kosovokrieg zogen unzählige Flüchtlinge in das Stadtgebiet. 1981 zählte Priština offiziell 108.000 Einwohner. Nach dieser Zeit gibt es nur noch Schätzungen (zum Beispiel für 1991 = 155.000 Einwohner). Eine für 2007 geplante Volkszählung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
Priština im Frühling



Fotos: Thomas Kristan
Im Frühling ergab sich für mich die zufällige Gelegenheit, den Kosovo zu besuchen. Also habe ich schnell einen Rucksack und meine Kamera gepackt. Vorwiegend als Beifahrer, in einen alten Fiat Uno, bretterten ein guter Bekannter und ich über Nacht von München nach Priština, in die Hauptstadt des Kosovo. Um die 1350 km in rund 15 Stunden. Ein Stau in Belgrad hatte meinen temperamentvollen Fahrer ein wenig den Schnitt versaut. Oder waren es die Kaffee-, Rauch- und Pinkelpausen?
Das Kosovo hat sich grundlegend Verändert: Nach jahrelangen, letztlich gescheiterten Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo-Albanern, über den endgültigen Status, erklärte das Kosovo am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit. Deutschland und viele andere Staaten haben Kosovo anerkannt. Damit kam der lange und schwierige Zerfallsprozess des ehemaligen Jugoslawien zu einem Ende.
