Ankunft in Thailand
Die obligatorische Passkontrolle am Flughafen in Bangkok. Vermutlich sind drei oder noch mehr Maschinen gleichzeitig gelandet, dem entsprechend lang sind die Warteschlangen an den thailändischen Passkontrollen. Ich tausche zweimal die Schlange bevor etwas weiter voran geht. Und was passiert? Ich gerate in die Warteschlange mit Touristen aus Russland. Da ist zeitgleich eine Maschine aus Moskau gelandet. Ich verstehe ihre Worte gar nicht so schlecht. Eigentlich wäre nichts besonderes passiert. Nur, nachdem ich mehrfach von hinten angerempelt wurde, fand ich ebenfalls ein paar nette Worte auf Russisch. Schon war ich im Gespräch, freiwillig unfreiwillig. Egal, so ließ sich wenigstens die etwas lästige Wartezeit an der Passkontrolle überbrücken. Schlussendlich: Passkontrolle mit extra Fotoshooting durch die thailändischen Behörden, Gepäck vom Laufband geschnappt und dem nächsten Geldautomaten - mit Hilfe der Kreditkarte - die hiesige Währung entzogen.
In Thailand bezahlt man mit Bath. Dabei entsprechen knapp 50 Bath einen Euro. Die Umrechnung ist für kleine Beträge ganz einfach: Den ausgewiesenen Preis in Bath verdoppeln und schon erhält man den Betrag in Eurocent. Wenn also das Essen einer Garküche 25 Bath kostet … mal zwei … sind das umgerechnet 50 Cent. Kapische? Große Beträge in Bath lassen sich natürlich bequem durch den Kurs von 50 teilen. Der genaue Kurs liegt bei 49 und ein paar zerquetschte. Aber hallo, ich mache Urlaub und keinen Devisenhandel!
Orientierung. Ich flog ohne besonderen Plan nach Bangkok. Wollte nun mit dem Bus oder mit dem Taxi in die Stadt fahren. Ins Gebiet um die Khaosun Road, dort wo alle Rucksacktouristen, welche Bangkok besuchen, früher oder später einmal stranden. Im „alten“ Bangkok gibt es unzählige Hotels und Guesthouses. Um die Übernachtung war mir also alles andere als bange, zumal im Moment die Nebensaison anläuft. Wie es der Zufall will, treffe ich zwei Russen, mit denen ich zuvor an der Passkontrolle geflachst hatte. Sascha und Sascha, als ob es keine anderen Namen in Russland geben würde. Die beiden wollen nach Pattaya und suchen noch jemanden um die Taxikosten zu teilen. Was für ein Lacher, wie sich später noch herausstellen wird. Pattaya steht nun so gar nicht auf meiner Wunschliste … trotzdem lasse ich mich bequatschen und wir chartern zu dritt ein Taxi nach Pattaya. Also werde ich am ersten Abend in Thailand Wodka saufen!
Das Taxi vom Flughafen bis zum Strand von Pattaya kostet 1500 Bath. Also ungefähr 30 Euro, für eine Strecke von über 100 Kilometer kein Geld. Soll man meinen. Kaum steige ich aus dem Auto, springen mir Angebote mit dem Taxi von Pattaya zum Flughafen für 800 Bath ins Gesicht. Gute 16 Euro. Sascha bezahlt die ausgemachten 1500 Bath, was der Taxifahrer mit einen breiten Lächeln quittiert. Ich bin bestimmt nicht geizig, aber das Fell lasse ich mir nur ungern über die Ohren ziehen. „Meine“ beiden Russen lachen … scheiße, ich bin doch geizig! Im Hotel werden meine „neuen Freunde“ wie „alte Freunde“ begrüßt. Und in der Tat, die Burschen kommen sage und schreibe alle drei (!) Monate nach Pattaya. Der Hausherr (ein Russe) spricht sogar ein paar Brocken Deutsch. Schließlich war er als Soldat in der DDR stationiert. Und so bekomme ich ein geräumiges Zimmer mit allen Komfort für 800 Bath die Nacht. Inzwischen könnt Ihr selbst in Euro umrechnen. Sascha, Sascha und ich … wir … treffen uns am späteren Abend in der Lobby um endlich um die Häuser zu ziehen. Als ich im Morgengrauen mein Hotelzimmer erreiche, denke ich mir noch, eigentlich hätte ich auch Urlaub in Odessa machen können. Ich wache erst am späten Nachmittag Ortszeit auf.
Notizen und erste Eindrücke am Rande:
- Als ich in Bangkok aus dem Flughafengebäude trat, traf mich fast der Schlag: Das abendliche Bangkok empfing mich als ausgesprochen tropische Waschküche. Die Brille beschlug blitzschnell und unmittelbar beginnt der Schweiß zu rinnen. Kaum fünf Minuten später saß ich im Taxi, mit Klimaanlage am Anschlag und nach wenigen Minuten war mir zum Zähne klappern kalt.
- Meine zwei neuen „Freunde“ arbeiten in der Erdölexploration und verdienen damit ein richtiges Schweinegeld. Ob sie nun selbst als Unternehmer oder Subunternehmer arbeiten … haben sie versucht mir zu erklären, ich habe die Zusammenhänge (trotz ausreichend Wodka) nicht so recht verstanden. Und? Russian Business eben! Aber ein Taxi muss nun wirklich keiner von den beiden teilen.
- Zur goldenen Mitternachtsstunde sind Pattaya´s Straßen in Strandnähe und insbesondere in der „Walking Street“ randvoll mit Menschen. Muss man mögen. Dazu Taxen und ganze „Bienenschwärme“ von Motorrollern. Überall steigen einen die Düfte von Garküchen in die Nase. Ganz nebenbei promoten zahlreiche Thai-Girls lautstark ihre jeweilige Gogo-Bar. Alles in allem brodelt es auf der Straße.
- Die Seitengassen beherbergen alles mögliche an Kleingewerbe. Was das Herz begehrt, es dürften somit kaum Wünsche offen bleiben: Roller-Werkstätten, Massagesalons, Restaurants, Gästehäuser, Reisebüros, Tattoo-Studios, Malergalerien, Schneidereien oder Wäschereien. Dazu zahllose Händler für Kleidung, Schuhe und Nippes aller Art. Das Warensortiment ist bunt und endlos, kein Wunder, China liegt gleich um die Ecke.
- Auffallend und praktisch sind die zahlreichen 7eleven-Läden, wo es rund um die Uhr und für relativ kleines Geld eiskalte Getränke, Snacks und wichtige Kleinigkeiten zu kaufen gibt. Hier kann man sich problemlos einen 1000-Bath-Schein „klein machen“ lassen. Diese Shops gibt es alle paar hundert Meter. Kundschaft läuft ja genügend rum hier.

März 22nd, 2011
ich hasse vor allem bei der rückreise am flughafen suvarnabhumi in bangkok die langen warteschlangen bei den passportkontrollen.man muss lang stehn bis man endlich dran kommt.das ist furchtbar.in wien schwechat am flughafen gibts das nicht.ich hoffe dieses problem wird gelöst.haben sich eh schon viele touristen drüber beschwert.
März 22nd, 2011
In Stoßzeiten gibt es das Problem an fast jeden Flughafen. Ich finde, gerade in Bangkok, noch viel mehr bei der Einreise als bei der Ausreise. Vermutlich ist das alles eine subjektives Empfinden. Kleiner Trost: Heutzutage gibt es vielerlei kleine Spielzeuge (Smartphone, Netbook und so weiter) um sich die Wartezeit zu vertreiben. Oder das gute alte Buch. Smile!